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Mai
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Einzigartiges Oberkirch

20.000 Einwohner, große Kreisstadt – das gibt es alleine in unserm schönen Ländle 91mal. Aber Oberkirch ist einzigartig! Nur hier bedeutet eine Fußgängerzone unausweichlich das Ende für alle Einzelhändler und die gesamte Innenstadt. Nur hier verhindert ein völlig antiquiertes Wahlssystem die völlige Entrechtung und Vernachlässigung aller Ortschaften. Alleine hier gibt es nur die eine Partei, die verhindern kann, dass die Stadt und ihrer Bürger  einen finsteren Zukunft entgegengehen.

Ist Oberkirch wirklich so anders wie viele andere vergleichbare Städte, oder fehlt es hier manchmal nur an ein bischen Vorstellungskraft? Warum kann man nicht öfter einmal von den guten Erfahrungen der Anderen profitieren?

Die anderen Bürger, Verwaltungen, Vereine und Parteien sind doch auch nicht alle auf den Kopf gefallen. Dort gibt es Fußgängerzonen, faire und nachvollziehbare Wahlssysteme und manchmal sogar Mehrheiten jenseits der altbekannten christlichen Partei. Fangen wir doch mal an uns vorzustellen, dass würde auch in Oberkirch möglich sein.  Die Vorstellung alleine wird nicht ausreichen und es wird auch noch etliche Jahre dauern, aber vielleicht wird Oberkirch dann irgendwann nicht mehr so einzigartig sein. Das wäre es doch wert!

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7 Responses to “Einzigartiges Oberkirch”


  1. 1 EHP
    5. Mai 2009 um 15:20

    Es gibt ein sehr schönes und hier sehr treffendes Sprichwort: Ein jeder ist seines Glückes Schmied! Und das gilt ganz besonders für Geschäftsleute. Es gibt die Schnarchnasen (!), die meinen, die Stadt müsse Ihnen die roten Teppiche ausrollen und sie brauchen Abends nur die Kassen leeren und die anderen, denen trotz Finanzkrise und vielen Schwierigkeiten immer etwas einfällt, um zu überleben. Beide Kathegorien gibt es in Oberkirch. Die ersteren unterstütze ich nicht, die zweiten haben es verdient, daß man ihren Einsatz honoriert. So einfach ist das. Nur bei einer Schnarchnase einzukaufen, weil sie eine Oberkircher Schnarchnase ist kommt für mich überhaupt nicht in die (Einkaufs)tüte!

  2. 2 Outsider
    5. Mai 2009 um 14:54

    Liebes Kleines Licht,

    dann sind wir uns ja zu 100 Prozent einig. „Kauft bei Oberkirchern“ funktioniert logischerweise nur dort, wo die Oberkircher auch das entsprechende Paket anbieten wie Sie dies sehr treffend beschrieben haben.

  3. 3 Kleines Licht
    4. Mai 2009 um 07:18

    Lieber Outsider,
    wir sollen also alle unser Geld so weit möglich in Oberkirch ausgeben? „Kauft bei Oberkirchern“ – wie soll das denn funktionieren?. Ich entscheide mich bei bei der Wahl meiner Lieferanten und der Entscheidung wo ich meinen privaten Bedarf einkaufe nach den üblichen Kriterien: Qualität der Ware, Auswahl, Preis und Service.
    Dort wo Oberkircher Läden das leisten kaufe ich ein, dort wo es an einem, oder gar an mehreren Punkten mangelt weiche ich auf Alternativen aus. So funktioniert und Wirtscahftssystem und, wenn wir mal die momentane Krise aussen vor lassen, so funktioniert es ganz gut. Glauben Sie das ein Oberkircher Geschäftsinhaber bei Ihnen (Ihrer Firma, oder Ihrem Arbeitgeber) einkauft wenn das Angebot nicht stimmt?
    Wer Geschäfte machen will muss sich regen und sich an die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden anpassen. So lange, wie wir in Oberkirch einen Bau- und Heimwerkermarkt haben, der Samstags um 13 Uhr schliesst, so lange wie wir eine Werbe“gemeinschaft“ haben, die eigentlich nur durch ihre Misswirtschaft öffentlich bekannt wird und so lange viele Geschäfte sich um die Bedürfnisse ihrer Kunden nicht kümmern, wird das Problem bestehen oder gar wachsen.
    Das es auch anders geht zeigen auch in Oberkirch etliche Beispiele. Auch hier gibt es Geschäfte, die zu funktionieren scheinen und sich nicht über mangelnde Zukunftsaussichten beklagen. Der Rest muss nachziehen, oder die Zukunft sieht in der Tat nicht so rosig aus.

  4. 4 outsider
    3. Mai 2009 um 19:44

    Oberkirch ist – man vergebe mir die harsche Wortwahl – die Schnarchnasigkeit per se. Seit über zehn Jahren ist so gut wie nix passiert, um den Status als Wohn- (und damit Einkaufs-) Stadt zu fördern. Da will ich auch gar nicht in erster Linie Verwaltung und Gemeinderat kritisieren, sondern in allererster Linie die Werbegemeinschaft, die alles ist, nur keine Gemeinschaft. Der letzte XXL-Donnerstag war ja Dokument genug: Kein Programm, als größte Attraktion eine bis 22 Uhr geöffnete Tiefgarage und Geschäfte, die sich nicht darauf einigen konnten, ob denn nun alle offen haben oder nicht.
    Das Beispiel Bad Peterstal-Griesbach zeigt zurzeit direkt, wie kleine Gemeinden kämpfen müssen. Ich glaube nicht, dass es noch vieler negativer Schritte bedarf, bis Oberkirh an einem ähnlichen Scheidepunkt angelangt sein wird. Das mag hier nicht in zehn Jahren der Fall sein, aber ich bin gespannt, wie sich das Städtchen in 25 Jahren darstellt.
    Was können wir dagegen tun?
    Zum Beispiel so weit uns dies finanziell möglich ist, hier in Oberkirch einkaufen. Nicht in Offenburg, nicht in Achern und nicht im Internet. Und das, was wir nicht hier bekommen, das können wir dann immer noch in Offenburg, Achern oder im Internet bestellen. Aber was es hier gibt, das sollte man auch hier kaufen.
    Zudem kann ich mich erinnern, wie die Geschäftswelt angesichts der Verkehrsberuhigung im Rahmen der Stadtsanierung gejault hat. Aus heutiger Sicht muss man sagen: Wer sich profiliert und Mühe gegeben hat, der hat auch heute noch seine Kundschaft. Wer dichtmachen musste, der hat vielleicht auch nicht alles richtig gemacht – Parkplätze vor dem Haus hin oder her.

  5. 5 Kleines Licht
    3. Mai 2009 um 18:59

    @EHP
    Das mit der Schlafstadt habe ich so noch nie gesehen, trifft es in Teilen aber schon. Viele der nicht hier geborenen Oberkircher haben sich schon lange aus dem gesamtstädtischen Leben verabschiedet. Die Strukturen sind auf allen Ebenen völlig verkrustet und neue Ideen werden von den Bedenkenträgern und den Besitzstandswahrern blockiert oder abgewickelt. Erst wenn sich Neues nicht mehr aufhalten lässt, wird es übernommen und als eigene Idee der Bevölkerung verkauft.
    Die Jugend ist in zahlreichen Vereinen engagiert, hält sich aber ebenfalls von jeglicher Politik fern und lässt zu, dass die „Alten“ über die Zukunft ihrer Stadt bestimmen. Solange das so bleibt wird sich auch nur wenig ändern. Wenn ich mir die Listen für die anstehenden Wahlen ansehe, finde ich kaum eine Kandidatin oder einen Kandidaten unter 25. Es wird also auch dieses Mal keine Revoltuion geben. Die Hoffnung auf eine Verbesserung lasse ich mir aber nicht nehmen.

  6. 6 EHP
    3. Mai 2009 um 17:21

    Ich glaube, liebe Lisa, Ihnen ist die Ironie in dem Artikel nicht so ganz bewußt geworden. Oberkirch ist doch wirklich einzigartig! Einzigartig in der schläfrigen Akzeptanz dessen, was hier Tag für Tag passiert. Den meisten Einwohnern ist doch das alles, was der Artikelschreiber erwähnt völlig egal. Man könnte fast meinen solange alle was zu essen haben und ein Bett in das sie abends ihren ermatteten Körper sinken lassen können ist die Welt in Ordnung.

    Ja – wir sind nicht mal mehr eine Wohnstadt, wir sind eine Schlafstadt geworden. Wer glaubt hier würde sich mal was im Sinne des Schreibers ändern irrt auf der ganzen Linie. Wir werden wieder eine Wahlbeteiligung von um die 50 % haben, die CDU-Wähler werden brav zur Wahl gehen, brav ihre Kandiaten wählen und die andern werden – wenn es am Ende noch ein schöner Tag werden sollte – lieber an den Baggersee oder ins Café gehen und sich am Montag sogar noch ein bißchen darüber aufregen, daß sich halt mal wieder nichts geändert hat.

    Das ist Oberkirch! Eigentlich sollte man wegziehen, nach Achern zum Beispiel – dort ist politisch was los, dort akzeptiert man die alten Zöpfe nicht. Selbst einem Geier hat man gezeigt, daß man ihn nicht will. Wer zeigt’s unseren Geiern?

    Ja wegziehen, das wär’s – wenn es hier nicht so schön wäre. Man muß sich halt die Schwarzen in ihrer mafiaähnlichen Struktur einfach wegdenken.

  7. 7 lisa
    2. Mai 2009 um 18:11

    Ganz so einzigartig sind wir auch nicht. Bei allen drei Beispielen gibt es auch andere Städte, die ähnlich wie Oberkirch entschieden haben. Allerdings ist die Häufung dieses Argumentes schon auffallend. Ich kann auch nicht erkennen, was die Ursache für diese Einstellung ist. Für mich ist Oberkirch eine schöne lebenswerte Stadt, aber nicht in irgendeiner Form herausragend. Andere Städte haben auch schlaue Verwaltungen, politische Aktive und Bürger.
    Eins der seltenen Gegenbeispiele ist Mediathek. Hier war offensichtlich Bühl das Vorbild, das nun für meinen Geschmack wieder zu klar abgekupfert wurde. Aber hier kann sich zumindest die CDU auch bis heute noch nicht entscheiden ob sie nun dafür oder doch dagegen ist (Nach der Wahl ist hier dann endlich mit Klarheit zu rechnen).
    Also einfach mal umschauen und umhören hat noch nie geschadet. Macht jeder Bürger doch auch so und glauben, dass der Nachbar sich auch was bei seiner Entscheidung gedacht hat.


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