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Naturschutz und Oberkirch (Gastartikel)

Das sind zwei Dinge, die offenbar nicht zusammenpassen. Regelmässig erscheinen in der Zeitung Artikel rund um das Thema Umweltschutz in Oberkirch und sie sind fast immer negativ. Beispiele? Seltene Vögel auf Türmen oder in Tümpeln werden gestört, oder verschwinden ganz, Fische könnten vom Rhein bis zur Quelle der Rench wandern, wenn es nicht ein Hindernis in Oberkirch geben würde, Biotope werden mutwillig zerstört und fremde Tierarten ausgesetzt, Naturschützer werden nicht gehört und müssen sich an die übergeordneten Behörden wenden, oder ihr Recht gleich vor Gericht erstreiten, im Trinkwasser werden Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln gefunden.
Man hat da als Aussenstehender das starke Gefühl, dass in unserer Stadt im Zweifel immer gegen die Natur entschieden wird. Kann mir jemand erklären warum das so ist? Gibt es eine Lobby, die hier so starken Druck auf die führenden Köpfe ausübt und wenn ja, wie setzt sich diese Lobby zusammen? Warum ist auch der ökolgische Landbau im Renchtal so spärlich vertreten? Wo sind die Bürger, denen der Schutz Ihrer Umwelt wichtig ist und wo sind die Produzenten, Lieferanten und Verbraucher, die dem Schutz der Natur den ihm zustehenden Rang einräumen?

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9 Responses to “Naturschutz und Oberkirch (Gastartikel)”


  1. 1 Walter
    18. April 2009 um 10:47

    Wer noch Fragen zu dem Thema hat muss nur den Leserbrief in der ARZ zum Thema „Vogel abschiessen“ lesen. Dort wird die Einstellung eines Großteils der Lobby deutlich. Die Landwirtschaft ist die Einzige Kraft, die sich zum Thema äussern darf, weil nur sie in der Natur arbeitet. Alles was die Landwirtschaft macht ist gut, der Rest der Menschheit soll schweigen und zahlen (denn das tut der Rest seit Jahren jährlich in Milliardenhöhe).
    Leider hat Landwirtschaft aber nicht zwingend mit Naturschutz zu tun. Reben, Erdbeeren, Genmais, Monokulturen in Wald und Feld sind sowenig Naturschutz wie Überdüngung, Pestizide und Herbizide im Grundwasser und im Obst und Gemüse. Wer es dennoch wagt die Landwirtschaft zu kritisieren muss sich auf massive, teils persönliche Kritik und wenn möglich auch wirtschaftliche Konsequenzen einstellen. Deshalb ist auch die Verwaltung aus ihrer Sicht gut beraten immer schön still zu halten und sich im Zweifel auf die Seite der Mächtigen zu stellen.

  2. 2 DrumRum Sider
    13. April 2009 um 03:08

    Hallo Teilortlerin,
    der war wirklich witzig. Speziell der Waidmann (nettes Wort) hat seinen schlechten Ruf auch im Ort weg. Nur wenige glauben ihm, wenn er vom Schutz der Natur spricht. Alle wissen, es geht um den Schutz seiner privaten Jagd. Sonst nichts. An sich ok, er sollte aber dazu stehen und nicht immer Dritte vorschicken.

  3. 3 Teilortlerin
    9. April 2009 um 06:50

    Liebe Frau Fischer,
    mit Zusenhofen haben Sie es da aber auch schlecht getroffen. Ist das nicht der Teilort, in dem der Ortvorsteher und ein Waidmann so gerne gemeinsame Sache gegen den Naturschutz machen? Von dort kommt doch immer wieder erbitterter Widerstand gegen Massnahmen zum Schutz der Natur und der Umwelt (egal, ob es „Freie“ oder Angestellte trifft).

  4. 4 In Sider
    8. April 2009 um 18:19

    Lieber Herr H.J. Kiefer,
    hier liegen Sie falsch. Wenn ich mir die bisher bekanntgewordenen Kandidaten anschaue, dann sehe ich da schon Naturfreunde drunter. Im GR entscheidet aber die Mehrheit und die ist CDU, die ist wiederum stark von den Landwirten bestimmt und die sind mehrheitlich gegen den Naturschutz. Das wird auch solange so bleiben bis sich einmal eine starke Person findet, die aus der Verwaltung heraus das Thema aufgreift und die Oberkircher aktiviert. Das wird aber noch dauern. Die jetzigen Chefs und Amtsleiter sind alle noch recht jung. Da bleibt nur Geduld, ob die Natur die auch hat, oder sich leisten kann bleibt abzuwarten.

  5. 5 lisa
    8. April 2009 um 18:13

    Was DMS angeht hat Frau Fischer genauso Recht wie Herr Bayer, der sich als einziger Arzt zu diesem Thema kritisch zu Wort gemeldet hat. Liegt das daran, dass seine Oberkircher Kollegen seine Meinung nicht teilen oder daran, dass wir hier wieder das Grundproblem haben: Kritik an der Stadt, den Landwirten oder der CDU ist riskant?
    Das Mittel, das die Ursache des DMS/Problems ist wurde jahrzehntelang verwandt. Jetzt taucht es im Grundwasser auf und alle hoffen, dass es in zwei Jahren wieder weg ist. Das nenne ich Optimismus. Die Stadt macht keine Anstalten irgendwelche Alternativen auch nur zu disktuieren sollte es nicht so kommen. Die Landwirtschaft macht weiter wie bisher, oder habe ich die Stellungnahmen der sonst so aktiven Bauernvertreter verpasst.

  6. 6 Petra.G.Fischer
    8. April 2009 um 13:49

    Hier möchte ich ein Beispiel nennen: Antrag des Ortschaftsrates Zusenhofen auf Errichtung einer gentechnik-freien Zone in Oberkirch. Es dauerte über ein Jahr, bis im Gemeinderat dieser Antrag behandelt wurde und sehr zu meiner Freude auch Zustimmung fand.

    Ich bin des Weiteren der Meinung, dass Umweltthemen nicht in einem Umweltausschuss (ohne Kompetenzen)diskutiert werden sollten, sondern im Gemeinderat unter Hinzuziehung von sachkundigen Bürgern/innen.

    Und wenn wir schon beim Thema sind, dann wünsche ich mir als Bürgerin von Oberkirch, dass ich ernst genommen werde, dass die Verwaltung z.B. beim Thema DMS nicht diskutiert, wann wird der Grenzwert hochgesetzt sondern sich auch Gedanken macht, wie wir künftig solche Verschmutzungen verhindern können. Hier hätte ich mir auch aus dem Gemeinderat Unterstützung gewünscht.

    Und nun noch einen Insider-Tipp: es gibt viele umweltbewusste Gärtner und Landwirte auch in Oberkirch, Treffpunkt: jd. 4. Freitag im Kurvencafé in Lautenbach.

  7. 7 hans-jürgen kiefer
    8. April 2009 um 10:51

    hier schlage ich vor (und das ist jetzt nicht ironisch gemeint) dass die naturschützer,vor denen ich grossen respekt habe,sich auch einmal als
    kandidaten für die gemeinderatswahlen zur verfügung stellen.
    von innen heraus kann man mehr bewegen,wenn man das nötige detailwissen hat.
    aber ich nehme an ,dass auch bei dieser gruppe die meisten „keine zeit haben“

  8. 8 Kernstaedter
    8. April 2009 um 06:32

    Das Problem liegt, bzw. sitzt im Rathaus. Dort hat man genug Chancen der Natur den Platz zu geben der ihr zusteht. Man kann nicht von der Masse erwarten, dass sie immer voraus marschiert. Manchmal ist es die Aufgabe von Politikern die Sachen zu tun, die richtig und wichtig sind und nicht nur die, die die breite Mehrheit goutiert. Als Oberkircher muss man darauf allerdings noch lange warten.

  9. 9 HPH
    6. April 2009 um 18:11

    Da steckt keine Lobby dahinter. Die Landwirtschaft ist hier einfach noch nicht so weit. Hier wird derart viel Geld mit Wein und Sonderkulturen verdient und gerade dies Form der Landwirtschaft setzt Unmengen an Pestiziden ein. Selbst als jetzt DMS im Trinkwasser aufgetaucht ist denkt da keiner um. Es ist ja schon lange so, dass jeder Verbraucher einen Anfschlag auf den Preis seines Wassers zahlen muss, mit dem die Verseuchung desselben durch die Landwirtschaft behoben werden soll. Ein wirtschaften im Einklang mit der Natur ist in einem solchen System einfach nicht vorgesehen. Die Verwaltung scheint selbst kein Interesse an der Natur zu haben. Sie bleibt deshalb immer in Deckung oder stellt sich hinter die Landwirte. Kann man auch verstehen.


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